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Sonderpädagogisches Förderzentrum Passau

Presse 2017

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Tierisch engagierte Schulen
Eine Hündin für Deggendorf, fünf Kühe für Tansania: 13 Fördereinrichtungen wurden mit dem PNP-Stiftungspreis ausgezeichnet
am 14.07.2017 in der PNP

 

 


Von Johanna Pfingstl

Passau/Traunreut.
 Einige Schüler der Franz-Xaver-Eggersdorfer-Schule Vilshofen stehen auf der Bühne im Atrium des Verlagsgebäudes der Passauer Neuen Presse und halten ein Foto in die Höhe: In einem kargen, dunklen Raum sitzen Kinder auf einem dreckigen Boden. Mit diesem Bild hat alles angefangen. Eva Geins, eine ehemalige Praktikantin der Vilshofener Schule, hat den Schülern von ihrem Aufenthalt in Indien erzählt und ihnen dieses Foto gezeigt. Für die Kinder des sonderpädagogischen Förderzentrums war danach klar: Sie wollen helfen. Mit Pausenverkauf, Schuheputzen und Walkingkursen haben sie über 1800 Euro zusammengebracht und an die St. Joseph’s School in Chattisgarh in Indien gespendet. Dieses Engagement hat die Stiftung der PNP gestern mit dem mit 2000 Euro dotierten ersten Platz des Sozialpreises gewürdigt. Er wurde heuer zum fünften Mal verliehen – erstmals an 13 Förderschulen. "Es ist uns eine besondere Freude, weil so viele Projekte eingereicht wurden", so Stiftungsbeauftragte Eva Maria Fuchs.

Es waren sogar so viele, dass die Jury zwei erste Preise verliehen hat. Auch die Schule des Wilhelm-Löhe-Förderzentrums Traunreut unterhält eine Schulpartnerschaft. Durch den Verkauf von Selbstgebasteltem auf dem Wochenmarkt und der Ausrichtung eines Sommerfestes konnten die Traunreuter Schüler beeinträchtigten Kindern in Tansania Operationen bezahlen und deren Familien Kühe und Hühner kaufen, die diesen den Lebensunterhalt sichern. Neben dem Preisgeld überreichte ihnen Stiftungsrat Herbert Zelzer noch etwas: ein Kuhmodell. Fünf Modellkühe stehen auf einer Wiese. Denn 2000 Euro, das sind in Tansania umgerechnet fünf Kühe. Mit ihnen können fünf Familien versorgt werden.

Es war vor allem die Vielfalt an Projekten und die große Leidenschaft der Kinder, die dahinter steckt, die beim Sozialpreis bestachen und es der Jury rund um die Pädagogen Waltraud Schneider (ehemalige Heilpädagogin an der St. Severin-Förderschule in Grubweg), Peter Schneider (ehemaliger Direktor der Realschule Hauzenberg), Hans-Ulrich Thomas (evangelischer Pfarrer in Altötting), Max Absmeier (langjähriger Schulleiter der St. Severin-Förderschule in Grubweg) und Astrid Wiesner (Sozialpädagogin aus Waldkirchen) schwermachten.

Da waren Weihnachtsüberraschungen im Seniorenheim, Flüchtlingsaktionen, Tanzprojekte. Und da war auch noch Lilli, der heimliche Star des Nachmittags. Die St. Notker-Schule Deggendorf hat sich mit Schulhündin Lilli beworben und einen der mit 700 Euro dotierten Sonderpreise erhalten. Seit Februar hilft die Hündin der Inklusionsklasse von Klassenlehrerin Kathrin Glasschröder sich zu entwickeln.

Die ersten sechs Projekte präsentierten die Kinder auf der Bühne im Atrium des Verlagsgebäudes der Passauer Neuen Presse. Um zu verdeutlichen, was beispielsweise die Kinder der Franz-Xaver-Eggersdorfer-Schule Vilshofen mit den Aktionen für ihr Indienprojekt geleistet haben, musste sogar Schirmherr Bernd Sibler herhalten. Die Kinder putzten ihm gegen eine Spende die Schuhe. Schüler Benjamin Hochleitner trat gegen Sonderschulkonrektor Stephan Hubel vom Referat für Förderschulen am Staatsministerium im Dart an. Andere zeigten Plakate, tanzten oder sangen Lieder wie die Johannes-Still-Schule Eggenfelden.

"Förderschulen werden oft vergessen", sagte Staatssekretär Bernd Sibler. Aber die Förderschulen gehörten dazu. Und sie stellen ganz besondere soziale Projekte auf die Beine, betonte er. Von der Begeisterung der Kinder für sozial Benachteiligte war auch PNP-Geschäftsführerin Simone Tucci-Diekmann beeindruckt. "Ich war schon bei vielen Verleihungen des Stiftungspreises, aber dieser hier war der emotionalste", sagte sie. Vor allem weil man sehe, mit wie viel Freunde die Kinder dabei seien, und auch klar werde, wie viel sie damit bewegen können. Eva Maria Fuchs betonte bei der Veranstaltung, dass alle Schulen, die sich um den Preis beworben haben, Gewinner seien. Darum erhielten alle Auszeichnungen.

DIE GEWINNER:
1. Franz-Xaver-Eggersdorfer-Schule Vilshofen (Schulpartnerschaft mit der St. Joseph’s School in Chattisgarh, Indien); 1. Schule des Wilhelm-Löhe-Förderzentrums Traunreut (Schulpartnerschaft mit einer Schule in Tansania); 2. Hans-Bayerlein-Schule Passau (Flüchtlinge sind gefährlich und kriminell. Das SFZ Passau gegen Vorurteile); 3. Johannes-Still-Schule Eggenfelden (Weihnachtsaktion mit regelmäßigem Besuch im Altenheim); Sonderpreis: Caritasschule St. Elisabeth Freyung (The Armed Man – Tanzfreunde); Sonderpreis: St. Notker-Schule Deggendorf (Schulhund); Weitere Preise: Pestalozzischule Deggendorf (Verschiedene Sozialprojekte); Anne Frank Schule Pocking (Jung und Alt begegnen sich); Herzog Georg Schule Dingolfing (Zusammenleben in der Demokratie – Präsenzpädagogik nach Haim Omer); St. Rupert-Schule Eggenfelden (Fußball verbindet); Lebenshilfe-Schule Landau in Kooperation mit der Montessori-Schule Landau (Vielzahl an sozialen Aktivitäten); Michael Atzesberger-Schule Hauzenberg (Schülerstreitschlichter); St. Severin-Schule Passau (Hilfe für Haiti).